15.02.2019

Literaturfestival «aller-retour»: Zug um Zug zur literarischen Übersetzung

Übersetzerinnen und Übersetzer schlagen eine sprachliche Brücke und machen die Vielfalt der Schweizer Literatur erlebbar. Ihr Beruf steht im Zentrum des Übersetzungsfestivals «aller-retour», das am 9. März im Kulturzentrum Schützi in Olten stattfindet. Veranstalter sind die von allen Kantonen getragene ch Stiftung und ihre Partnerinstitutionen Pro Helvetia, das Übersetzerhaus Looren und das Centre de Traduction Littéraire der Universität Lausanne.

Aller-retour, hin und zurück, von einer Sprache in die andere – für Übersetzerinnen und Übersetzer ist das Alltag. Am Festival «aller-retour» geben sie zusammen mit Autorinnen und Autoren Einblick in ihre Arbeit und laden ein zu einer literarischen und sprachlichen Entdeckungsreise.
Diese beginnt bereits mit der Anfahrt im Zug und wartet mit unkonventionellen Formaten auf.

Übersetzungs-Duell
Beim Übersetzungs-Duell treten die junge Übersetzerin Lydia Dimitrow und ihr Kollege Christian Roeber mit je einem Übersetzungsvorschlag gegeneinander an., Dabei begründen und verteidigen sie ihre Texte vor dem Publikum. Es zeigt sich: Übersetzen heisst entscheiden, bei jedem Wort, bei jeder Zeile. Eine besondere Herausforderung sind Übersetzungen von Mundarttexten.
Darüber diskutieren die Autoren Pedro Lenz und Guy Krneta am Samstagabend mit ihren Übersetzern Raphael Urweider und Daniel Rothenbühler.

Literarische Zugfahrt
«aller-retour» beginnt bereits bei der Anreise. So liest im Intercity aus Basel Guy Krneta aus seinem Familienroman «Unger üs». Auf der Strecke Zürich—Olten kommt es währenddessen zum «Lyrik-Speed-Dating», bei dem sich Fahrgäste selbst an eine literarische Übersetzung wagen. Wie im Speed-Dating geht es dabei um den ersten Eindruck und die Suche nach dem Wesentlichen.

«Alle Feinheiten eines Texts aufspüren»
Übersetzen ist mehr, als einen Text Wort für Wort zu übertragen. Jedes Buch hat einen eigenen Tonfall, einen eigenen Rhythmus. Gefragt sind sprachlicher Spürsinn und Leidenschaft für die Literatur. Die Übersetzerin und Autorin Yla von Dach bringt beides mit. Seit über 30 Jahren übersetzt sie aus dem Französischen ins Deutsche. «Ich mag es, die Wörter zu kosten, sie zu beschnuppern und alle Feinheiten eines Textes aufzuspüren», erklärt von Dach, die 2018 mit dem Spezialpreis Übersetzung der Schweizer Literaturpreise ausgezeichnet wurde. Sie ist eine von 15 Übersetzerinnen und Autoren, die dem Literaturfestival ein Gesicht geben, darunter Leo Tuor, Michel Layaz und Antoinette Rychner.

Detailliertes Programm:www.chstiftung.ch/aller-retour

Kontakt und Informationen
Tanja Pete, Projektleiterin «aller-retour», 031 320 16 25
(erreichbar Mo, Di und Do, 09.00–16.00)